Lebenslauf

Abschrift des von ihm verfassten Lebenslaufs

Karl Günzel
Freiberg, Schönlebestraße 34

Lebenslauf

Im Jahre 1890, am 29. November wurde ich in Bräunsdorf bei Freiberg geboren. Mein Vater war Ofensetzer, meine Mutter Zigarrenarbeiterin. Von Ostern 1897 bis 1905 besuchte ich die Volksschule in Bräunsdorf und Freiberg. Nach der Schulentlassung lernte ich in der Freiberger Maschinenfabrik Theodor Fuchs 4 Jahre Dreher und Schlosser. Ostern 1909 war meine Lehrzeit beendet und ich ging auf Wanderschaft nach dem westfälischen Industriegebiet. Zunächst arbeitete ich in der Seifenfabrik SR Schmidt, Gelsenkirchen als Heizer und Reperaturschlosser. Im August 1914 wurde ich zum Kriegsdienst eingezogen. Bereits im letzten Lehrjahr -1908- trat ich dem Deutschen Metallarbeiterverband bei und im Jahre 1911 in Gelsenkirchen der SPD. Während meiner Lehrzeit in Freiberg war ich aktiv am Sport beteiligt: Arbeiterturnerbund, Radfahrerbund “Solidarität”. Ebenso gehörte ich der Freidenkerbewegung an. Im Jahr 1917 wurde ich von der Muldener Hütte vom Heeresdienst reklamiert und arbeitete wieder in der Hütte. Wärend dieser Zeit hielt ich den Turnerbetrieb für die Jugend im Arbeiterturnverein Conradsdorf aufrecht. Bei Kriegsende 1918 wurde ich mit in den Betriebsrat der Hütte gewählt, bekam dann den Vorsitz und wurde Mitglied des Verwaltungsbeirates. Diese Funktion behielt ich bis September 1925, wo ich nach dem Streik gemaßregelt wurde. In der Hütte war ich Hauptkassierer des Fabrikarbeiterverbandes, gleichzeitig war ich Mitglied der Ortsverwaltung und Delegierter im Gewerkschaftskartell. Ende 1919 trat ich der USPD bei und schloss mich nach der Vereinigung wieder der SPD an. 1925 wurde ich in die Ortsgruppe der SPD Freiberg als Vorsitzender gewählt und nahm 1926 an der 2. Deutschen Arbeiterdelegation nach der SU teil. Auf Grund meiner Berichterstattung über die SU wurde ich Ende 1926 aus der SPD ausgeschlossen. Im November 1927 trat ich der KPD als Mitglied bei und wurde im Januar 1928 in die Leitung gewählt. Ab 1929 war ich Pol.-Leiter und ab 1931 bis 1933 hatte ich den Literaturvertrieb für den Unterbezirk Freiberg der KPD. In den Jahren 19